Zurück zur Übersicht
16.01.2022

Entfernung von Blei aus Trinkwasser mit GEH®: Erfolgreicher Einsatz in Mechernich

Foto1

„Blei im Trinkwasser“ – Dieses schon sehr alte Thema ist in der Regel mit alten Bleirohrleitungen in Hausinstallationen verbunden und stellt heutzutage kein Problem mehr dar. Schon seit den 1970er Jahren dürfen keine Bleirohre mehr verwendet werden und in den letzten Jahrzehnten wurden die Leitungen bei der Altbausanierung durch andere Werkstoffe ersetzt. Der Grenzwert für Blei im Trinkwasser wurde in mehreren Stufen abgesenkt und liegt seit dem Jahr 2013 bei einem Wert von 10 µg/L.

Interessanterweise kann Blei aber auch natürlich im Grundwasser vorkommen. Dies ist der Fall, wenn der Grundwasserleiter durch bleihaltige Gesteinsschichten geprägt ist und es durch einen niedrigen pH-Wert zur Auflösung der Bleimineralien kommt. Für die betroffen Wasserversorger, die auf die Nutzung des bleibelasteten Rohwassers für die Trinkwassergewinnung angewiesen sind, stellt die Entfernung von Blei eine Herausforderung dar.

Die Bleientfernung wird üblicherweise durch eine chemische Entsäuerung des Rohwassers erreicht: Hierbei wird das Wasser über Calciumcarbonat-Granulat oder dolomitisches Filtermaterial geleitet und die freie Kohlensäure gebunden. Das gelöste Blei fällt bei höheren pH-Werten als unlösliches Bleihydroxid oder Bleicarbonat aus und wird abfiltriert. Wenngleich sich dieses Verfahren in der Vergangenheit bewährt hat, besitzt es seine Grenzen, wenn sehr niedrige Bleikonzentrationen erreicht werden sollen und der pH-Wert nicht zu stark angehoben werden kann. In diesem Fall bietet es sich an, das Blei mit einem Eisenhydroxid-Adsorber spezifisch zu entfernen.

Seit Juli 2021 wird unser Granuliertes Eisenhydroxid GEH®102 für diesen Einsatzzweck in einem Wasserwerk der Stadt Mechernich (Nordeifel) im versorgungswirksamen Betrieb eingesetzt. Im Rahmen der sogenannte Erweiterten Wirksamkeitsprüfung (EWP), die unter der Federführung des Umweltbundesamtes stattfindet, wird die wirksame Bleientfernung nachgewiesen und durch einen Gutachter bewertet.

Nach 6 Monaten Betrieb kann nun ein erstes Fazit gezogen werden: Unser GEH® hat seine Leistungsfähigkeit erfolgreich unter Beweis gestellt und erreichte einen ausgezeichneten Bleirückhalt bis unter die analytische Bestimmungsgrenze von <1 µg/L. Hierbei ist hervorzuheben, dass der GEH®-Adsorber in dieser ersten Testphase direkt mit dem Rohwasser beschickt wird (100 µg/L Blei, pH 5,7), um die Wirksamkeit unter den möglichst ungünstigsten Bedingungen zu testen. In der für Sommer 2022 geplanten zweiten Testphase wird dann der eigentliche Betrieb als „Polizei-Filter“ nach der Entsäuerungsstufe geprüft.

Weitere Informationen finden Sie bei den Pressemitteilungen der Stadt Mechernich:

https://www.mechernich.de/rathaus-politik/presse/

Bildquellen: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Foto2